Armenische Küche

Die Armenische Küche ist die Landesküche Armeniens. Sie ähnelt den Küchen der anderen Länder des Kaukasus, dennoch gibt es einige Unterschiede. Während in Georgien Mais das wichtigste Getreide ist und in Aserbaidschan Reis, ist es in Armenien das aus Weizen hergestellte Bulgur. Die daraus zubereiteten Gerichte werden plov genannt und ähneln einem Pilaw. Typisch ist die Verwendung von Mehlmischungen aus Weizen, Mais und Kartoffeln. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Lammfleisch, Auberginen, Joghurt und Brot. Die armenische Küche ist in ihren Grundzügen eine der ältesten Asiens und die älteste in Transkaukasien.

Mezze

Wie in arabischen Ländern sowie der Türkei heißen kleine Imbisse hier Mezze. Die häufigsten Zutaten hierfür sind Auberginen, Linsen, Bohnen und Kichererbsen, geröstete Kürbiskerne, geröstete und gesalzene Pistazien. Auch in anderen Ländern bekannt sind Börek und Dolma. Eine stark gewürzte Fleischsorte erinnert an Pastrami. Das zu den Mezze gereichte Brot heißt Lawasch und ist ein dünnes knuspriges Weizenbrot. Ein Salat aus sauer eingelegtem Gemüse und Zitronen kann eine Vorspeise sein oder eine Beilage zum Hauptgericht. Der wichtigste Speisefisch ist die Forelle aus dem Sewansee; sie wird auf viele Arten zubereitet. Eine Variante besteht darin, sie vor dem Backen mit Früchten wie getrockneten Pflaumen, Aprikosen oder Zwetschgen zu füllen. Generell wird Obst häufig in der Küche verwendet, auch als Einlage für Suppen und Eintöpfe.

Suppen und Hauptgerichte

Typisch armenische Suppen basieren auf Tomaten, einer Mischung aus Eiern und Zitrone oder Joghurt und werden mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern gewürzt. Weit verbreitet ist eine Suppe aus Gurke und Joghurt (Jajik). Mehrere Suppen werden mit Aprikosen zubereitet. Die bekannteste Suppe ist Bosbasch und besteht aus Lammbrust, Gemüse und Früchten. Eine beliebte Fleischspeise sind Köfte (kiufta). Als Speisefett wird in der Küche meistens das Fett des Fettschwanzschafs verwendet, für spezielle Gelegenheiten auch aus Schafsmilch zubereitete Butter. Es gibt zahlreiche mit Kräutern gewürzte Käsesorten, und Käse ist auch Bestandteil der meisten Mahlzeiten. Während spezielle Gewürze in der Küche sparsam verwendet werden, werden rund 300 Kräuter benutzt. Süßspeisen werden oft mit Rosenwasser, Orangenblütenwasser oder Honig aromatisiert. Baklava wird auch in Armenien gegessen, geht aber auf den Einfluss anderer Küchen zurück.

Traditionelle Gerichte
  • Eine traditionelle Speise Armeniens, deren Zubereitung in früheren Zeiten bestimmten Zeremonien unterlag ist die aus Weizenkörnern und Hühnerfleisch bestehende Harissa. Sie wird auch heute noch zu Feierlichkeiten von Armeniern weltweit gekocht.
  • Chaschist ein aus Kuhhaxen hergestelltes traditionelles Gericht.
  • Das in Armenien meist verwendete und in der Herstellung sehr einfache Brot ist dasLawasch. Ursprünglich wurde es auf heißen Steinen desLehmofens als Fladen gebacken.
  • Als Teigtaschen werdenBoraki zubereitet, die zylinderförmig und mit gebratenem Hackfleisch gefüllt sind.

Armenischer Weinbrand

Der gesetzlich geschützte Begriff Armenischer Weinbrand (englisch Armenian Brandy, russisch Армянский коньяк, Armjanski konjak) bezeichnet hochwertigen Weinbrand aus Armenien. Die geläufigste Bezeichnung für diesen Weinbrand war im Ostblock „Armenischer Cognac“, da der Begriff Cognac aber nur den französischen Weinbränden aus dieser Region Frankreichs, geschützt durch eine weltweite Markeneintragung, vorbehalten ist, gilt nunmehr die internationale Bezeichnung. Die Herstellung des armenischen Weinbrandes wird seitens der Regierung Armeniens stark kontrolliert. Es dürfen auch per Gesetz verordnet nur Trauben aus armenischer Produktion verwendet werden, diese Weine heißen Rkaziteli, Mskhali, Garan Dmak, Kangu und Voskehat.

Die Herstellung von Wein und Weinbrand hat in Armenien schon eine lange Tradition. Historiker haben herausgefunden, dass die Geschichte des Weinanbaus schon über 3000 Jahre zurückreicht. Das trockene und warme Klima, der nährstoffreiche Boden des Ararat-Tals und das weiche Wasser aus den Bergen lieferten hierfür günstige Voraussetzungen. Weinbrand/Brandy wird in Armenien seit über 150 Jahren destilliert. Im Jahr 1887 begann die industrialisierte Herstellung von Brandy in Armenien: Nerses Tairjan gründete die Yerevan Brandy Company. In seiner Zeit wurde die Brandy- und Weinproduktion um einiges gesteigert. Außerdem verbesserte er die Qualität, indem er neue Weinreben und neue Brandykeller anlegen ließ. Dann, sechs Jahre später, im Jahr 1898, begannen Schustow & Söhne, ein sehr großer Alkoholvertreiber zur damaligen Zeit, den Weinbrand überall in Osteuropa zu vertreiben. Unter Schustow wuchs die Destillerie weiter, so dass 1903 bereits die Hälfte des in Russland konsumierten Brandys aus Armenien stammte. Logo des Ararat Brandy der Yerevan Brandy Company Armenien wurde 1922 eine der Sowjetrepubliken, dadurch wurden die Brandyproduktion sowie alle anderen Industriezweige verstaatlicht. Die Eriwaner Brandy- und Weinfabrik besaß ein Monopol für die Herstellung in der Armenischen SSR und brachte der Regierung über 70 Jahre lang hohe Steuereinkünfte. In der Zeit der Sowjetunion war Armenischer Brandy das bevorzugte alkoholische Getränk der Diplomaten. Nach dem Niedergang der UdSSR und der Staatsneugründung Armeniens 1991 wurde der Fabrik das Monopol für hochwertige Weinbrände entzogen. 1998 wurde der ehemalige Staatsbetrieb privatisiert. Den größten Teil des einstigen Staatsbetriebes bildet die heutige Yerevan Brandy Company in Jerewan, die auch den bekannten Ararat-Brandy vertreibt. Das Unternehmen wurde zu Sowjetzeiten durch die umliegenden Winzer beliefert. Nach dem Umbruch entstanden aus den kleinen Winzereien mehrere kleinere Brandyfabriken, die alle nach der armenischen Tradition arbeiten, wobei jede einzelne dem Brandy ihre eigene Note verleiht.

Quelle: Wikipedia

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